„Nicht auf Hellseher hören“ – Ehemalige Schüler gaben an der MLS Tipps zum Berufseinstieg

September 5, 2012 in Aktuelle Nachrichten von Sabrina

Die Entscheidung, welchen Weg man nach seinem Schulabschluss gehen will, ist für viele die erste wichtige Weichenstellung, die man in seinem Leben selbständig trifft. Auch vielen künftigen Abiturienten der Rimbacher Martin-Luther-Schule fällt diese Entscheidung sehr schwer, sind sie doch häufig mit unterschiedlichen Prognosen konfrontiert, wie zukunftssicher einzelne Tätigkeitsfelder sind. Dass man bei dieser Entscheidung nicht auf vermeintliche Hellseher, sondern vor allem auf die eigenen Interessen und Talente hören soll, war deshalb eine der wichtigsten Botschaften der drei ehemaligen MLS-Schüler, die zum Berufsinformationsprojekt zurück an die Schule kamen.

Professor Richard Schilling, Steffen Blatt und Jan Kopp berichteten bei der vierten Auflage des von OStR Rolf Schlag und dem MLS-Ehemaligenverein initiierten Projektes von ihrem eigenen beruflichen Werdegang, gaben Tipps zum Berufseinstieg und gingen auf die vielen Fragen der Oberstufenschüler ein. In einer ersten Runde stellten sich die Referenten den rund 40 Gästen der Veranstaltung vor und skizzierten ihren bisherigen Lebensweg, ehe die Veranstaltung in eine gemeinsame Diskussion überführt wurde.

Prof. Schilling legte 1977 sein Abitur an der MLS ab, studierte Physik an der TH Darmstadt und schloss dem Diplom eine Promotion an. Diese Entscheidung stieß bei den Zuhörern auf besondere Aufmerksamkeit, da Schilling die Promotion als interessante Erfahrung, aber auch als finanzielle Durststrecke bezeichnete. Anschließend nahm Schilling mehrere Tätigkeiten auf, die ihn häufig ins Ausland führten. Er betonte die Notwendigkeit, Fremdsprachen zu lernen und riet, immer nach den eigenen Interessen zu handeln. „Wenn man unzufrieden ist, sollte man die Tätigkeit wechseln“, sagte er. Schilling selbst handelte auch nach diesem Motto, hat 2005 einen Lehrstuhl an der Hochschule Reutlingen übernommen und betreut dort heute den neuen Studiengang „Fahrzeug Interieur Design“, der vor allem für kunstinteressierte junge Menschen eine gute Chance darstelle.

Steffen Blatt machte 1995 sein Abitur und studierte anschließend Politikwissenschaft, Anglistik und Öffentliches Recht an der Uni Heidelberg. Da ihm aufgrund eines Numerus Clausus die Aufnahme in diese Fächer zunächst verwehrt war, schrieb er sich im Fach Ethnologie ein und wechselte dann im zweiten Semester in seine Wunsch-Disziplinen. Als besonderen Höhepunkt seines Studiums berichtete er von einem Auslandsjahr im australischen Melbourne. Er empfahl auch den Oberstufenschülern, die Möglichkeit eines Auslandsjahres während des Studiums zu nutzen. Nach seinem Magister-Abschluss strebte er eine Tätigkeit in der Politikberatung an, dann gelang ihm jedoch über Praktika und Freie Mitarbeiterschaft der Einstieg in ein Volontariat bei der Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung, bei der heute als Redakteur beschäftigt ist.

Jan Kopp verließ die MLS 1988 mit dem Abitur in der Hand. Durch Zufall hatte er die Möglichkeit, eine Ausbildung an der Berufsakademie in Mannheim und bei IBM Deutschland aufzunehmen, was er im Nachhinein als Glücksfall bezeichnet. Die Ausbildung dort sei sehr strukturiert und praxisorientiert, außerdem verdiene man bereits in dieser Zeit sein eigenes Geld. Nach seinem Abschluss als Diplom Betriebswirt in der Fachrichtung Datenverarbeitung sammelte Kopp Erfahrung im Consulting-Bereich, ehe er zur Firma Lotus und anschließend zu IBM zurückkehrte.

Der Dank des amtierenden Schulleiters Alexander Hauptmann galt zum Ende der Veranstaltung vor allem den Referenten, die für diesen Abend eigens aus Heidelberg, Krefeld und Reutlingen angereist waren. Rolf Schlag und die Organisatoren des Ehemaligenvereins freuten sich, dass die Schüler so viele Fragen mitgebracht hatten und die Diskussion so lebendig gestalteten. „Bei unseren Veranstaltungen sind ehemalige und jetzige MLS’ler unter sich. Das schafft vor allem für die Diskussion eine tolle Atmosphäre der Offenheit“, sagte Björn Hörnle, der Vorsitzende des Ehemaligenvereins. Ihm liegen noch viele Angebote von Mitgliedern des Vereins vor, die sich als Referenten zur Verfügung stellen. Es wird deshalb nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein.